Geschichte der Domkantorei
Johannes Eschen
Der erste Kirchenmusiker der Evangelischen Gemeinde Altenberg kam 1953 an den Dom. Johannes Eschen sammelte schon bald einen Kreis von Sängerinnen und Sängern um sich; der Evangelische Kirchenchor Altenberg wurde gegründet. Bereits im Frühjahr 1954 ging es ernsthaft ans Proben. Mit Choralsätzen sowie Psalmen von Schütz, Distler und Walter fing alles an.
1956 löste Siegfried Scheytt Johannes Eschen ab. Während bis dahin vor allem Gemeindeglieder aus Altenberg im Saal des ersten Gemeindehauses probten, bekam nun der Chor deutlichen Zuwachs von Musikbegeisterten aus Schildgen. Besonders erfreulich: Viele Jugendliche sangen mit und begleiteten den Chor mit Orffschen Instrumenten. Vor allem die Adventsvespern wurden zu dieser Zeit vom Chor gestaltet.
Zwei Jahre später, 1958, kam Hans Jürgen Sprung als Organist und Chorleiter nach Altenberg. Es ist überliefert – leider ohne Namenslisten – dass der Chor zu der Zeit 25 Personen zählte und die Gottesdienste und auch die Christvespern gestaltete.
1967 übernahm Otfried Miller, ein ausgebildeter Konzertpianist, die Stelle des Kirchenmusikers und Chorleiters.
An diese Zeit können sich ältere aktive Chormitglieder noch gut erinnern. Neben den chormusikalischen Aufführungen veranstaltete er auch Klavierkonzerte in Schildgen und begründete in Altenberg die Tradition der großen Orgelkonzerte.
Volker Hempfling
Die bis dahin etwas unruhige Anfangszeit mit den relativ häufigen Wechseln in der Chorleitung endete 1972. Am Erntedankfest des Jahres wurde Volker Hempfling als Kirchenmusiker in Altenberg eingeführt. Er regte schon 1973 die Wahl einer Chorvertretung an, damit Organisatorisches auf mehrere Schultern verteilt werden konnte. Seit dieser denkwürdigen Sitzung nennt sich der Chor „Domkantorei Altenberg“. Die Mitgliederzahl wuchs bald auf 60 an, und der Chor war nun bereit und in der Lage, auch größere Werke einzustudieren. Nicht nur aus der eigenen Gemeinde kamen sie, auch aus Kürten, Bergisch Gladbach, Rösrath, selbst aus Düsseldorf reisten sie an.
Doch als sich dann Kantor und Chor 1975 zum ersten Mal an das Weihnachtsoratorium wagten, befürchtete die Gemeindeleitung allerdings den finanziellen Ruin. Diese Sorgen erwiesen sich zum Glück als völlig grundlos.
Bei einem Eintrittspreis von 6,- DM wollten so viele bei der Premiere dabei sein, dass etliche Musikfreunde nur zu Füßen des Dirigenten ihren Sitzplatz fanden. Dabei hatten sich schon viele Besucher vorsorglich Stühlchen und auch Decken mitgebracht. Denn schon damals war es nicht warm im Dom. Trotzdem lassen sich viele begeisterte Anhänger bis heute das Erlebnis „Weihnachtsoratorium im Dom in Decken“ Jahr für Jahr nicht entgehen.
Im Laufe der folgenden Jahre wurden immer mehr große Werke in Angriff genommen. Dabei gelang es dem Dirigenten – zugegebenermaßen erst langsam und schwierig, dafür dann aber lang anhaltend und intensiv – seine eigene besondere Liebe für moderne Kompositionen der Gegenwart auch auf den Chor zu übertragen. So sang der Chor z.B. die Messe von Strawinski gerne und viel in den Gottesdiensten der Gemeinde an den Sonntagen im Dom. Unvergesslich sind den Beteiligten die verschiedenen Chorreisen ins Ausland geblieben. Vor allem die Auftritte in Holland und in Polen haben ihren ganz eigenen Beitrag zur Völkerverständigung im sich formierenden Europa geleistet. Volker Hempfling leitete die Domkantorei insgesamt 25 Jahre. Keiner hat den Chor so geprägt wie er.
Andreas Meisner
Mit Volker Hempfling nahmen 1997 auch viele langjährige Chormitglieder Abschied. Aber unter Andreas Meisner, der schon seit 1984 – noch während seiner Ausbildung als Assistent von Volker Hempfling – in Altenberg tätig war und der jetzt die Leitung der Domkantorei übernahm, konnten neue Sängerinnen und Sänger gewonnen werden.
Inzwischen singen circa 80 Damen und Herren zwischen 17 und 70+ mit Freude miteinander. Menschen aller Stimmlagen, mit Interesse an geistlicher Musik, sind stets willkommen.
Seit 1985 als Organist am Altenberger Dom ist Andreas Meisner seither auch künstlerischer Leiter der Geistlichen Musik und Mitveranstalter der Internationalen Altenberger Orgelakademie. Ab Januar 1998 wurde Meisner als Nachfolger von Hempfling zum Altenberger Domkantor ernannt. In den vergangenen Jahren waren unter seiner Leitung eine Reihe von großen Oratorien und anderen kirchenmusikalischen Werken im Dom zu hören. Denn neben der Domkantorei Altenberg stehen Andreas Meisner noch der Oratorienchor Köln und der Kleine Chor Köln für musikalische Großwerke zur Verfügung.

